Wie es ist, ein Buch zu schreiben?

Achtung, Spoiler, nicht ganz so glamourös-kreativ und voller Freiheit, wie man es sich vielleicht vorstellt oder sagen wir besser, wie ich es mir vorgestellt habe. Wer, wie ich, die träumerische, aber zugegebenermaßen schon immer völlig unrealistische, Vorstellung hat, man durchwacht eine Nacht bei einer Flasche Rotwein und hämmert wild, aber intellektuell in die Tasten und am Morgen hat man den nächsten Mankell in den Händen, der wird enttäuscht sein. Auch wenn das doch in vielen Filmen und Geschichten irgendwie so dargestellt wird, nicht? So ist es leider nicht. Es mag Ausnahmen geben. Das kann wohl sein. Der eine schreibt schneller, der andere langsamer. Aber in einer Nacht? Come on.

Geduld. Geduld. Geduld.

Ich habe auf jeden Fall Folgendes gelernt: Man braucht vor allem Geduld. Bis ich meinen Roman Mordsreklame gedruckt in den Händen halten konnte, ist ziemlich viel Wasser die Weser hinunter geflossen. Aber: seit einem Jahr gibt es ihn als e-Book zu kaufen, nun auch als gedruckte Version. Nach vielen Überarbeitungen, In-der-Schublade-Liegen-Lassen und wieder neuen Korrekturen.

Mein Buch könnt ihr im stationären Buchhandel sowie natürlich auch online kaufen.

Die allerersten Sätze, die erste Szene kamen mir aber schon in 2009 bei einem Spaziergang bei Bremer Schietwetter in den Sinn. Ich war zu der Zeit auf Jobsuche und habe deswegen sogar einen Urlaub abgesagt, weil ich dachte, falls dann die Einladung zu einem Vorstellungsgespräch kommt, wäre es ja blöd, dann in Spanien am Strand rumzuliegen (what?!). Also bin ich frustriert bei Nieselregen durch die Straßen gelaufen und habe mich bemitleidet, weil natürlich, Überraschung, kein Vorstellungsgespräch in dieser Woche stattgefunden hat. Aber plötzlich kam mir eben diese erste Szene in den Sinn. Während des Spazierengehens. Ich habe sie im Kopf wiederholt und verfasst und zuhause sofort aufgeschrieben. So ging es los.

Das Honorar

Ich habe immer davon geträumt, Schriftstellerin zu sein. Ein toller Beruf, so dachte ich und so denke ich bis heute. Aber Hand aufs Herz:  um davon leben zu können, braucht man viel Glück und Können. Oder man muss dieses eine bahnbrechende Ding schreiben, das einem scheinbar alle Verlagstüren der Welt öffnet. Ein Autorenhonorar beträgt pro Buch ca 1€, könnt ihr bei Google, Wikipedia & Co. Nachlesen. Berechnet man nun Zeit, Aufwand, Druckkosten für die Exposés und Manuskripte, die man an Verlage noch und nöcher geschickt hat … 

Nichtsdestotrotz ist es ein ganz unbeschreibliches Gefühl, den eigenen Namen auf einem Buchdeckel zu lesen und sich Autorin nennen zu dürfen. Auch wenn man seine Brötchen mit einem anderen Beruf verdient.

Wer also, wie ich, die träumerische Vorstellung hat…, der sollte sich unbedingt hinsetzen und einfach schreiben. Mit oder ohne Rotwein. In mehreren Jahren oder in einer Nacht.

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