5 Dinge über den Bremer Marktplatz

5 Dinge über den Bremer Marktplatz

Ihr habt Besuch von auswärts und wollt eure Stadt zeigen? Aber statt eure Freunde und Verwandten mit Standard-Wissen zu langweilen, möchtet ihr lieber kuriose und wirklich interessante Dinge über eure liebste Hansestadt erzählen? Dann bitte hier entlang.
Am besten ihr geht in die City zum Marktplatz. Dort fangen schließlich die meisten Stadtführungen an. Und auch meine kleine Wissensreise beginnt genau dort.
5 Fun Facts über Bremens gute Stube, den Marktplatz, und Umzu, die ihr (vielleicht) noch nicht wusstet.

1. Fassadenmogelei
Der historisch anmutende Marktplatz ist natürlich zum größten Teil wirklich alt. Aber schaut einmal hinter die Fassaden: hinter einigen Fronten verbergen sich ganz gewöhnliche Bauten, die nur mit einer schicken Fassade geschmückt worden sind. Sogar das Rathaus erhielt seine prächtige Vorderseite im Stil der Weserrenaissance erst später, von 1608 bis 1612. Erbaut wurde es im schlichten gotischen Stil von 1405 bis 1410.

2. Wie klingt denn das?
Ihr schlendert durch die historische Böttcherstraße und die Einleitung zum Glockenspiel kommt auch seltsam bekannt vor? Das kann sein. Die Böttcherstraße befindet sich seit 1988 im Besitz der Sparkasse Bremen, weshalb vor dem eigentlichen Glockenspiel (zwischen April und Dezember stündlich zwischen 12 und 18 Uhr) das Sparkassen-Gedudel zu hören ist.

3. Geheimnisvoller Roland
Der Roland, der mit dem Rathaus zusammen seit 2004 zum UNESCO Welterbe gehört, hat viele Geheimnisse: im Zweiten Weltkrieg wurde er zum Schutz vom Bomebenangriffe eingemauert, bis 1989 versteckte er unwissentlich Nazipropaganda, die erst bei der Restaurierung entdeckt wurden, und sein Kopf ist eine Nachbildung. Das Original befindet sich im Bremer Focke Museum.

4. Manierlicher Bremen-Liebhaber
Benimmmeister Adolph Freiherr von Knigge war ein großer Bremen-Fan und fand sogar hier im St. Petri Dom seine letzte Ruhe. Die Grabplatte kann man heute besichtigen. Übrigens ist er fälschlicherweise als Erfinder des guten Benehmens bekannt: sein Werk „Über den Umgang mit Menschen“ sollte vielmehr Taktgefühl im Umgang mit verschiedenen Berufen, Generationen und Charakteren vermitteln.

5. Ursprung der Freude und des Grusels
Als Bremen im Jahre 1035 die „Jahrmarkt-Gerechtigkeit“ verliehen wurde, mit der zweimal im Jahr ein freier Markt für alle Kaufleute, unabhängig von Zünften und Gilden, angehalten werden durfte, war das die Geburtsstunde des größten norddeutschen Volksfestes. Der Bremer Freimarkt war anfänglich ein reiner Warenmarkt und entwickelte sich erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts zu einem Vergnügungsmarkt.
Ein anderes Vergnügen und großes Spektakel, das in den meisten von uns wohl allerdings eher Grusel auslöst, waren die öffentlichen Hinrichtungen. Bis mit der Giftmischerin Gesche Gottfried im Jahr 1831 die letzte Hinrichtung vollzogen wurde, fanden Bremens Strafvollstreckungen hier auf dem Bremer Marktplatz statt.